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10.01.2018
Bauzaun in Berlin - künstlerische Werbung für die grabenlose Baumaßnahme 'Stauraumkanal Mauerpark'
Starkregen im urbanen Raum sind immer wieder sich häufende Ereignisse, die die kommunale Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) arbeiten schon seit Jahren systematisch Konzepte ab, um die Stauraumkapazitäten ihrer Kanalisation zu erweitern, um Gewässer und Umland nicht zu beeinträchtigen und zu schützen.
Vor fünf Jahren begannen die ersten Planungen und seit November 2017 die baulichen Vorbereitungen für ein weiteres Projekt aus dem gemeinsamen Stauraumprogramm des Landes Berlin und der Berliner Wasserbetriebe für einen 654 m langen Speicherkanal „Stauraumkanal im Mauerpark“.
 
Für die nicht so mit den Örtlichkeiten vertrauten Nichtberliner sei erwähnt, daß sich hier zur DDR-Zeit der Todesstreifen der Berliner Mauer befand. Nach dem Mauerfall wurde das Areal zwischen dem Bahnhofsgelände des alten Nordbahnhofs und dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als Freizeitstätte von der Berliner Bevölkerung in Besitz genommen und heute genießt der Park Kultstatus.
 
Um die Parkbesucher möglichst vor Baulärm und anderen negativen Baubegleiterscheinungen beim Freizeitvergnügen möglichst zu schützen, entschieden sich die BWB dazu, die Arbeiten grabenlos auszuführen. Dies sollte dann auch den möglichst uneingeschränkten Zugang zum Park gewährleisten.
 
Dies sollte einmal positiv erwähnt werden, wie ein Bauherr auch ohne großen Zwang auf die Bedürfnisse der Bevölkerung Rücksicht nimmt.
 
Die Berliner Wasserbetriebe haben sich zu der auch für BWB-Verhältnisse außergewöhnliche Form eines Bauzaunes um die erforderlichen Start- und Zielbaugruben wegen des faktisch weltberühmten Ortes der damaligen Grenze an der Bernauer Straße und der langen Geschichte dieser Baustelle mit mehr als fünf Jahren Vorkommunikation und Partizipation von/bei Politik und Anwohnern entschieden.
 
Für das Zaunkonzept wurde von den BWB eine Agentur (GRACO GmbH & Co. KG) im Wege einer Ausschreibung beauftragt, das zu entwickelnde Konzept auch umzusetzen. Auch so kann man Werbung für grabenlose Bauweisen machen.
Hier einige Daten zum eigentlichen Bauvorhaben:
 
Bauherr:                             Berliner Wasserbetriebe
Ingenieurbüro Vortrieb:      Babendererde Engineers, Hannover                             
Arbeitsgemeinschaft:         Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, Frankfurt
                                           Stehmeyer + Bischoff Berlin GmbH & Co. KG
Maschinentechnik              EPB Vortrieb Herrenknecht AG
 
Länge:                                 654 m
Stauvolumen:                      7.400 m³
Zwischenschächte:             19 Stück
Innendurchmesser:             3.800 mm
Außendurchmesser:           4.500 mm
Rohrlänge:                           3 m
EPB-Vortrieb
Überdeckung:                      6,1 -2,8 m 

Übrigens sind alle Beteiligten GSTT-Mitglieder.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
GSTT German Society for Trenchless Technology e.V.
Deutsche Gesellschaft für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen e.V.
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