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19.05.2017
GSTT gedenkt seinem ehemaligen Vorsitzenden
Am 12. April 2017 starb Dr. Rolf Bielecki im Alter von 85 Jahren. Die German Society for Trenchless Technology e.V. gedenkt ihrem Gründer und ehemaligen Vorsitzenden.
Nach seinem Ingenieur-Examen 1955 an der Landesbauschule Suderburg begann die Karriere von Rolf Bielecki von 1957 bis 1998, zunächst als Baurat der Baubehörde Hamburg und dann als Leitender Baudirektor der Baubehörde Hamburg, Stadtentwässerung und Tiefbauamt. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit war hier u. a. die Entwicklung,     Ausschreibung und der Bau von unterirdischen Vortrieben für Entwässerungskanäle und Verkehrstunnel. 

Am 18. Dezember 1989 gründete Rolf Bielecki mit 10 weiteren Kollegen den eingetragenen Verein „German Society for Trenchless Technology“ als technisch. Wissenschaftlichen Verband (Deutsche Gesellschaft für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen e.V.), deren Vorsitzender er bis 2006 war. Die GSTT ist Mitglied in dem internationalen Dachverband „ISTT – International Society for Trenchless Technology“. Auch in der ISTT war Rolf Bielecki von 1996 bis 1999 Chairman.

Zusammen mit der Messe Hamburg war Bielecki der Initiator der geförderten deutschen Gemeinschaftsstände „made in Germany“ als „German Pavilions“ auf internationalen Messen außerhalb der EU, wie z.B. in Perth (2000), Kairo (2001), Prag (2001), Montréal (2002), Las Vegas (2003), Dubai (2003 und Shanghai (2004). Diese „German Pavilions“ haben sich zu einer festen Institution entwickelt und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 

Von 1999 – 2003 war Bielecki Leiter einer gemeinsamen internationalen Arbeitsgruppe der ITA / ISTT „Methods of Risk analysis for the realization and the operation of underground facilities”. 2001 gründete er die EFUC (European Forum on Underground Construction), und war Leiter von 14 EFUC-Gesprächsrunden.

Rolf Bielecki war sowohl in der Lehre, als auch in der Forschung aktiv. 2004 wurde er Ehrensenator der Leuphana Uni Lüneburg und von 2005 – 2009 dort Lehrbeauftragter. 

In dieser Zeit promovierte (Promotion Ph.D.) Bielecki 2006 mit dem Thema: „Teilanalyse über die Anwendung der Flammenschmelz-Technologie zur     Herstellung von Teufen > 1.000 m für Ablagerungen von radioaktiven Abfällen im Untergrund“, TU Košice/Slowakei, Fakultät für Bergbau, Ökologie, Prozess-Steuerung und Geotechnologien.

Im Anschluss an den Lehrauftrag an der Uni Lüneburg wechselte er 2009 als Lehrbeauftragter an die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Bau-Wasser-Boden, Campus Suderburg.

Durch Gründung der “Wissenschaftsstiftung Deutsch-Tschechisches Institut - WSDTI” mit Sitz an der Universität Hamburg war er auch im Bereich der internationalen Wissenschaft aktiv.

Rolf Bielecki war eine der maßgeblichen Persönlichkeiten bei der Gründung des IKT (Institut für Unterirdische Infrastruktur – gemeinnützige GmbH). Er gehörte dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung seit Gründung des Instituts bis zu seinem Tode an. Über viele Jahre war er Vorsitzender des Aufsichtsrats, danach stellvertretender Vorsitzender. Zudem war er Vorsitzender des „Vereins der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V.“. Mehr als 25 Jahre hat er das Institut begleitet, deren Freund und Förderer er war.

Rolf Bielecki war der verantwortliche Projektleiter für den Bau der 4. Elbröhre. In diesem Zusammenhang erhielt er 1997 den STUVA (Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen e.V.) - Preis, bei dessen erstmaliger Vergabe. Die Jury würdigte damit einen Behördenchef, der sowohl vielfältige technische als auch verwaltungsrechtliche Innovationen (Funktionalausschreibung bei einem Großbauvorhaben) beim Bau der 4. Röhre Elbtunnel initiierte und auch in besonderer Weise ein positives Verhalten eines Bauherrn gegenüber Neuerungen zeigte.

National und international war Rolf Bielecki sehr geachtet. Mit Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen konnte er selbst Zweifler begeistern. Es gelang ihm Menschen mitzureißen und Großes zu wagen – manchmal auch wirtschaftliche Risiken in den Hintergrund zu rücken. Er war stets mit hohem Sachverstand und scharfem Intellekt dabei, im persönlichen Umgang großherzig und hanseatisch-humorvoll und bewies am Rande von Leitungsbauveranstaltungen als Darsteller von August dem Starken und bei der Aufführung eines Musicals auch schauspielerisches und musikalisches Talent.

Die GSTT verabschiedet sich von einem großen Visionär, aber auch von einer die Welt des unterirdischen Bauens prägenden Persönlichkeit, die in der Pionierzeit der grabenlosen Technologien entscheidende Impulse und Anstöße gegeben und deren Entwicklung maßgeblich beeinflusst hat.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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