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26.06.2017
Herrenknecht-Bohrer baut großen Autotunnel in der Schweiz
Der Sanierungstunnel Belchen ist im Rohbau fertiggestellt. Der Vortrieb fand mit dem Durchschlag in Eptingen im Schweizer Kanton Basel-Landschaft am 21. Juni 2017 – drei Monate früher als geplant – seinen erfolgreichen Abschluss. Der hierfür im  Schwanauer Herrenknecht-Werk gefertigte Tunnelbohrer (Durchmesser 13,91 Meter) fuhr in nur gut 16  Monaten 3,2 Kilometer Tunnel durch anspruchsvolle Geologie auf. Das neue Bauwerk ist die  Voraussetzung für  eine  schnelle  und   wirtschaftliche  Sanierung  der  beiden bestehenden, parallel verlaufenden Straßentunnelröhren.
Durchmesser 13,91 Meter, Gewicht 2.000 Tonnen, Länge  75 Meter – die im Schwanauer Herrenknecht-Werk speziell für den Bau des Sanierungstunnel Belchen  gefertigte Tunnelbohrmaschine (TBM) vom Typ Einfachschild-TBM ist die größte ihrer Bauart. Bis zu  90 Meter Tunnel pro Woche bohrte und sicherte der Maschinenriese durch die anspruchsvolle und  wechselhafte Geologie des Belchen-Höhenzuges. Unter der Regie der vom Schweizer Bundesamt für Strassen ASTRA beauftragten Marti Tunnelbau AG benötigte die Vortriebsmannschaft für die 3,2  Tunnelkilometer trotz 1-Schicht-Betrieb von Montag bis Freitag nur gut 16 Monate. Sie steuerte die TBM damit drei Monate schneller durch den Berg als ursprünglich geplant.

Nach dem Bohrstart am Südportal bei Hägendorf (Kanton Solothurn) am 9. Februar 2016 feierten die Projektbeteiligten am 21. Juni 2017 den erfolgreichen Durchschlag am Nordportal bei Eptingen (Kanton Basel-Landschaft). Zum Abschluss der Vortriebsarbeiten gratulierten den Mineuren vor Ort unter anderem ASTRA-Direktor Jürg Röthlisberger sowie die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro und ihr Solothurner Amtskollege Roland Fürst.

Der Belchentunnel, der zwischen Basel und Luzern das Juragebirge durchquert, ist für den Nord-Süd-Straßenverkehr via Gotthard sowie für den Schweizer Binnenverkehr    von    großer    Bedeutung.    Durch    die    beiden    bestehenden, richtungsgetrennten Doppelspurröhren des A-2-Straßentunnels mit einer Länge von knapp 3,2 Kilometern rollen derzeit durchschnittlich 55.000 Fahrzeuge pro Tag. Beide Röhren müssen infolge zunehmenden Gebirgsdrucks dringend saniert werden, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Der jetzt aufgefahrene Sanierungstunnel wurde westlich der beiden bestehenden Röhren mit einem Abstand von 40 bis 116 Metern zum bestehenden Tunnelsystem durch den Berg getrieben. Entlang der Tunneltrasse meisterten die Mineure der Marti Tunnelbau AG mit der Herrenknecht-Einfachschild-TBM bei Überdeckungen von bis zu 360 Metern anspruchsvolle geologische Bedingungen. Weiche Gesteinsschichten wechselten sich mit bis zu 225 MPa harten Schichten ab, teils mit verkarsteten und wasserführenden Übergangszonen. Zudem waren lange Abschnitte im druckhaften Opalinuston und im quellfähigen Gipskeuper zu durchqueren. Baustellenleiter Sergio Massignani fasste nach dem Durchstich zusammen: „Durch die umfassende Kenntnis des Untergrundes aus den beiden bestehenden Tunnelröhren, gepaart mit unserer Erfahrung und dem Know-how von Herrenknecht, war die Maschine für die anspruchsvollen Anforderungen der Trasse beim Sanierungstunnel Belchen optimal ausgelegt.“

Nach dem Abschluss des Endausbaus und der Inbetriebnahme des Sanierungstunnels im Jahr 2021 werden nacheinander die beiden aus den 1970er- Jahren stammenden bestehenden Röhren saniert, sodass in Nord- und in Südrichtung wie bisher je zwei Spuren zur Verfügung stehen und der Verkehr ungehindert fließen kann. Jürg Röthlisberger fasste das Konzept des Projektes anlässlich des TBM-Starts im Februar 2016 mit den Worten „Bauen, ohne zu stauen“ zusammen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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