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15.12.2016
Ingenieur und Unternehmer Martin Herrenknecht empfängt den Werner-von-Siemens-Ring
Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht nahm am 13. Dezember 2016 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften den Werner-von-Siemens-Ring als eine der höchsten ingenieur-technischen Auszeichnungen entgegen. Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring hebt Martin Herrenknechts unerschöpfliche Innovationskraft bei der Entwicklung von Tunnel-bohrmaschinen hervor und ehrt die technische Pionierleistung bei der Umsetzung wegweisender ingenieurbaulicher Großprojekte im maschinellen Tunnelbau. Seit 100 Jahren geht der Werner-von-Siemens-Ring für herausragende Lebensleistungen an Erfinder- und Unternehmer-persönlichkeiten, die wie Werner von Siemens bahnbrechende technische Innovationen umgesetzt und zum Erfolg geführt haben.
Der Unternehmer und Ingenieur Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht kann auf eine beachtliche Reihe persönlicher Ehrungen und Auszeichnungen zurückblicken. Am gestrigen Dienstag erhielt er mit der feierlichen Übergabe des Werner-von-Siemens-Ringes in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vor einem hochkarätigen Publikum eine ganz besondere Anerkennung. Aus den Händen von Prof. Dr. Joachim Ullrich, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats und Präsidenten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, nahm er seinen Werner-von-Siemens-Ring entgegen. Er ist ein echtes Unikat, das Michael Berger, kinetischer Schmuckdesigner und renommierter Goldschmiedemeister, im Auftrag der Stiftung entwarf und anfertigte.

Rund 250 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nahmen an der Festveranstaltung am historischen Gendarmenmarkt teil, um die Übergabe des ehrwürdigen Preises mitzuerleben. Die Festrede hielt Nobelpreisträger und Chemiker Prof. Dr. Stefan Hell. Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel würdigte in seinem Grußwort die Leistung von Martin Herrenknecht: „Damit bei uns auch in Zukunft Maßstäbe mit innovativen Produkten gesetzt werden, brauchen wir starke Forschungseinrichtungen, starke Unternehmen und einen regen Austausch. Als Erbauer der größten Tunnelbohrmaschinen der Welt ist Dr. Martin Herrenknecht in diesen Bereichen ein Vorbild: Er ist Erfinder und Gründer, Technikpionier und Unternehmer und mit dem Erfolg seines Unternehmens einer der Repräsentanten für die wirtschaftliche Stärke dieses Landes.“

In der Laudatio auf den Ringträger Martin Herrenknecht bescheinigte Prof. Dr.-Ing. E.h. Manfred Nußbaumer M. Sc., Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Ed. Züblin AG, dem Unternehmer und Ingenieur aus Baden-Württemberg besonderen technischen Mut und unternehmerischen Pioniergeist. „Immer wieder haben Sie Neuland beschritten. Bei jeder Zusammenkunft war ich beeindruckt, mit welcher Energie Sie Ihre Ziele verfolgten und über welches Repertoire an Lösungsvarianten für das Auffahren von Tunneln Sie verfügten“, erinnerte Nußbaumer an gemeinsame Projekterlebnisse und Begegnungen. Mit einer Vielzahl wegweisender Innovationen und der Optimierung bestehender Technik und Verfahren habe das Unternehmen Herrenknecht in beeindruckender Geschwindigkeit die Rolle als weltweiter Marktführer eingenommen. „Mit der heutigen Verleihung des Werner-von-Siemens-Ringes, so meine ich, ist der i-Punkt auf all seine Auszeichnungen gesetzt“, befand Laudator Nußbaumer.

Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht empfing die Auszeichnung mit besonderer Freude: „Es hat mich überrascht, dass ich diese Ehre erfahre. Insbesondere wenn ich auf die beeindruckende Reihe der Ringpreisträger blicke. Ohne die handfeste Unterstützung meiner Mutter bei der Unternehmensgründung, ohne das unermüdliche Verständnis meiner Familie mir als Unternehmer gegenüber, ohne das großartige Engagement meiner Ingenieure und Mitarbeiter weltweit wäre mir der Werner-von-Siemens-Ring vermutlich nicht zuerkannt worden“, sagte Martin Herrenknecht vor den rund 250 Gästen im Leibniz-Saal der Akademie. „Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer haben ein besonderes Privileg und echte Verantwortung, da wir segensreichen Fortschritt bei vielen zentralen Herausforderungen herbeiführen können. Neue Tunnelinfrastrukturen und Tunnelvortriebstechnik sind zwar nur ein kleiner Ausschnitt hiervon, doch mit dieser Auszeichnung erfahren sie jetzt auch durch die Wissenschaft eine besondere Wertschätzung“, so der badische Unternehmer.

Aktuelle ingenieurtechnische Meilensteine im maschinellen Tunnelbau
In knapp 40 Jahren Unternehmensgeschichte meisterte Herrenknecht in enger Zusammenarbeit mit seinen Auftraggebern in über 80 Ländern mehr als 3.100 Tunnelprojekte. Darunter die größten, die längsten, die kleinsten, die tiefsten – regelmäßig markieren neue Rekorde und Meilensteine den Fortschritt.
Als absolutes Jahrhundertbauwerk gilt der ein Jahr vor Plan und im Budgetrahmen eröffnete Gotthard-Basistunnel in der Schweiz. Vier Herrenknecht-Gripper-Tunnelbohrmaschinen bohrten und sicherten 8 Jahre lang mehr als 85 km neue Röhren für den Eisenbahntunnel, der im Dezember 2016 in den Regelbetrieb übergegangen ist. In Istanbul leisteten Mensch und Maschine bis August 2015 Pionierarbeit, um eine Tunnel-Verbindung zwischen Europa und Asien herzustellen. Der Eurasia-Straßentunnel unter dem Bosporus, der noch dieses Jahr eröffnet wird, verbindet zwei Kontinente und gilt als ingenieur- und bautechnischer Meilenstein. Nie zuvor grub ein Tunnelbohrer unter derart extremen Bedingungen: 106 m unter der Meerenge hielt der Mixschild mit 13,66 m Durchmesser einem Druck von bis zu 11 Bar trotz schwierigster Geologie sicher stand. In Katars Hauptstadt Doha lieferte ein Spitzenteam aus internationalen Tunnelexperten mit 21 EPB-Schilden von Herrenknecht eine Performance-Darbietung der Superlative ab. In nur 26 Monaten erzielten die Baucrews insgesamt 76 Streckendurchbrüche auf 111 Kilometern Tunnellänge – eine Pionierleistung, die alles in den Schatten stellt, was man bislang im städtischen Metrotunnelbau weltweit erreicht hat. In Hongkong ging 2015 eine Herrenknecht Supersize-TBM an den Start. Der 560 Tonnen schwere Mixschild-Gigant, mit 17,6 Metern Durchmesser die bisher größte TBM aller Zeiten, fertigte in weniger als 8 Monaten 646 Meter Megatunnelröhre für einen neuen Straßentunnel unter dem Perlflussdelta. Weitere technische Besonderheit: Nach dem Durchbruch in einem Zwischenschacht konnte der Rekord-Koloss dank intelligentem Design auf einen Bohrdurchmesser von 14 Metern umgebaut werden. Die Kernkomponenten der großen TBM wurden für die weitere Tunnelstrecke in die kleinere Maschine integriert.


Stiftung Werner-von-Siemens-Ring und Ringträger
Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring zeichnet seit 100 Jahren herausragende Lebensleistungen in der Technik mit dem Werner-von-Siemens-Ring aus. Die Liste der Preisträger ist ein Abbild historischer Technikentwicklungen und ein Zeugnis für den Technologiestandort Deutschland. Zu ihnen gehören etwa der Flugzeugingenieur Hugo Junker, der Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers Konrad Zuse und der Raketenentwickler und Begründer der bemannten Raumfahrt Wernher von Braun. Schirmherr der Stiftung ist der Bundespräsident.

Auszeichnungen Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht hat bereits eine Vielzahl unterschiedlichster Auszeichnungen und Preise erhalten, darunter das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie 2013 den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Lebenswerk. Renommierte Technik-Universitäten würdigten ihn mit der Ehrendoktor- sowie Ehrensenatorenwürde.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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