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15.11.2017
Sehr gefragt: Deutsche Kanalsanierungstechnologie beim Projekt 'IWRM Zayandeh Rud' in Isfahan, Iran
Nach der weitgehenden Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran bestehen für deutsche Unternehmen große Chancen, an diesem sich wieder öffnenden und in vielen Bereichen dynamisch entwickelnden Markt zu partizipieren.
 
Das gilt auch und gerade für den Bereich der Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Zum einen bestehen traditionell gute (wirtschaftliche) Beziehungen zu Deutschland, was sich auch in einem großen Vertrauen in deutsche Produkte zeigt. Zum anderen gibt es einen großen Nachholbedarf in den Bereichen der Ertüchtigung und Modernisierung von Anlagen. Mit Blick auf die erwartete Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung bestehen damit im Wassersektor sehr gute Wachstumsperspektiven für die Zukunft.
Seit 2010 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM) das Projekt „IWRM Zayandeh Rud“ (www.iwrm-zayandehrud.com). Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer zukunftsfähigen Wasserwirtschaft für das Einzugsgebiet des Zayandeh Rud Flusses im Zentraliran. Auf einer Länge von rund 400 km versorgt der Fluss rund 4 Millionen Menschen mit Wasser für Landwirtschaft, Industrie und Haushalte an seiner Mündung liegt der UNESCO-geschützte Gavkhuni Salzsee.
 
Im Rahmen der Projektaktivitäten wird derzeit unter der Leitung von inter 3 GmbH - Institut für Ressourcenmanagement und in enger Zusammenarbeit mit der nationalen Wasserbehörde, der Iranian National Water and Wastewater Engineering Company (NWWEC), ein deutsch-iranisches Trainingszentrum für Wasser- und Abwassermanagement in der Stadt Isfahan aufgebaut.
 
Es ist räumlich an ein bestehendes Trainingszentrum des nationalen Energieministeriums (zuständig für Energie und Wasser) angegliedert, soll jedoch eigenständig arbeiten. Mit der Weiterbildung der Zielgruppe aus den iranischen Wasser- und Abwasserbetrieben sowie Mitarbeitern der wasserwirtschaftlich relevanten Behörden und Ministerien soll eine dauerhafte und strukturierte Weiterentwicklung der deutsch-iranischen Zusammenarbeit etabliert werden.
 
Das Trainingszentrum steht für eine neue Qualität der Weiterbildung im iranischen Wassersektor, denn es existiert ein hoher Bedarf an praxisorientierten Trainingskursen zu aktuellen Technologien und Methoden in nahezu allen Bereichen der Wasserbewirtschaftung.
 
Um dauerhaft die gesetzten Ziele aus deutscher Sicht sicherzustellen, vertritt German Water Partnership e.V. als eines von drei Vorstandsmitgliedern die Interessen der deutschen Wasserwirtschaft.
 
Mit neuen, auf den iranischen Bedarf angepassten Trainingsmodulen ‚made in Germany‘ und weiteren Angeboten soll ein Markt der Möglichkeiten für deutsche und iranische Akteure aus dem Wassersektor entstehen. Es können Schulungen angeboten, Erfahrungen ausgetauscht und Kooperationen initiiert oder vertieft werden.
 
Mit der Möglichkeit zur Präsentation deutscher Technologien sowie reger Netzwerkarbeit soll es deutlich mehr sein als eine reine Schulungsstätte. Auf diese Weise soll ein bedarfsorientierter Technologie- und Erfahrungstransfer etabliert werden.
 
Im Sinne einer ressourcenschonenden Beteiligung der deutschen Wasserwirtschaft an den Aktivitäten des deutsch-iranischen Trainingszentrums, bedient sich dieses des Konzepts von „Training-of-Trainers“. Dazu gehören daher ebenfalls didaktische und methodische Elemente. Hier bringt die Deutsche Vereinigung für Wasser, Abwasser und Abfall (DWA) international erprobte und bewährte Expertise ein.
 
Zum Bereich Kanalsanierung existiert im IWRM-Projekt ein eigenes Pilotvorhaben, aus dem heraus Bildungsmodule entwickelt werden. Isfahan war die erste Stadt im Iran mit einem modernen Kanalsystem. Dieses ist jedoch mittlerweile 40 Jahre alt und aufgrund mangelnder Unterhaltung und Wartung in teilweise schlechtem Zustand.
 
Bis heute hat der Iran wenig Erfahrung mit erfolgreicher Kanalsanierung gesammelt. In einem Straßenabschnitt in Isfahan wurde daher im Mai 2017 von der Berliner Firma Frisch & Faust Tiefbau GmbH das Cured in Placed Pipe (CIPP) Verfahren mit dem Linerhersteller RELINEEUROPE AG aus Deutschland erfolgreich getestet. Die professionelle Umsetzung stieß auf großes Interesse bei den rund 100 geladenen Vertretern nationaler Behörden und lokaler Wasser- und Abwasserbetriebe.
 
Angesichts des großen Bedarfs an nahezu allen Themen rund um Kanalmanagement und -sanierung ist das Engagement weiterer deutscher Unternehmen in diesen Bereichen ausdrücklich erwünscht. Das Trainingszentrum soll daher neben der Möglichkeit, Technologien und begleitende Schulungen anzubieten, auch eine Plattform für (gemeinsame) Beteiligungen an Ausschreibungen bieten.
 
Die nächste Ausschreibung im Bereich der Kanalsanierung mit einem geschätzten Umfang von 50 Mio. Euro wird in wenigen Monaten von der NWWEC veröffentlicht; eine Chance, die deutsche Unternehmen nicht ungenutzt lassen sollten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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