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23.01.2017
Souveräne Pipelinequerung in einem Schritt.
Das Bohrunternehmen PPI Chrobok S.A. installierte im Herbst 2016 in Polen zwei neue Gaspipelines. Die Trasse verläuft entlang bestehender Gasleitungen in geologisch anspruchsvollem Untergrund. Bei der Verlegung der 700 beziehungsweise 464 Meter langen Rohrleitungen kam die Direct Pipe-Technologie von Herrenknecht erstmals in Polen zum Zug.
Mit dem Bau einer neuen Nord-Süd-Pipelineverbindung reagiert Polen auf die steigende lokale Gasnachfrage. Teil dieser Netzerweiterung ist das >>Czeszów-Wierzchowice Gas Pipeline Projekt<< im Südwesten des Landes. Bislang kam bei Pipeline-Projekten in Polen zur Unterquerung von Flüssen oder Straßen ausschließlich die HDD-Technik (Horizontal Directional Drilling) zum Einsatz. Das seit Jahrzehnten eingesetzte Verfahren hat sich bei zahlreichen Bohrungen bewährt, stößt allerdings bei heterogenen, nicht standfesten Geologien an technische und wirtschaftliche Grenzen.

Die Pipelineprojekte in Wierzchowice und Czeszów hielten mit sandigem, klebrigen Ton für die Bohrcrew genau solche Projektbedingungen bereit. Die beiden Trassen mit Längen von 700 beziehungsweise 464 Metern verlaufen darüber hinaus entlang bereits installierter Gasleitungen. Unkontrollierte Abweichungen im Bohrverlauf waren somit unbedingt auszuschließen. Unter diesen Vorgaben entschieden sich der Hauptauftragnehmer PGNiG Technologies S.A. und das Bohrunternehmen PPI Chrobok S.A. erstmals für die innovative Direct Pipe-Technologie von Herrenknecht. Das Verfahren kombiniert die Vorteile von Microtunnelling- und Horizontalbohrtechnik (HDD). In einem einzigen Arbeitsschritt wird das erforderliche Bohrloch erstellt und gleichzeitig die vorgefertigte Rohrleitung grabenlos installiert.

Dank der exakten TBM-Steuerung mittels Kreiselkompass-Navigationssystem brachte die Bohrcrew beide Pipelines mit einem Außendurchmesser von 1.047 Millimetern in nur 13 beziehungsweise 16 Bohrtagen präzise unter die Erde. Hierbei wurde auch ein ökologisch sensibler, bewirtschafteter Fischteich sicher unterquert.
Der klebrige, typischerweise zu Blockaden neigende Untergrund stellt für das Direct Pipe-Verfahren keine Barriere dar. Durch den Pipe Thruster im Startschacht stehen selbst bei sehr hohen Reibungswiderständen mit 500 Tonnen ausreichende Vorschubkräfte zur Verfügung. Trotz geringem Überschnitt von nur wenigen Zentimetern wurden beim Pipeline-Einzug keinerlei Beschädigungen am Coating festgestellt.

Insgesamt konnte nach erfolgreichem Projektabschluss ein sehr positives Fazit gezogen werden. Bei Tagesbestleistungen von 147 Metern zog Roland Kośka, Planning & Monitoring Manager des Bauherren GAZ-SYSTEM, folgende Bilanz: „Das Direct Pipe-Verfahren schließt als Kombination von HDD und Microtunnelling genau die Anwendungslücke, die beide Technologien jeweils alleine nicht abdecken können. Das macht es möglich auch künftig neue Projekte zu erschließen und wirtschaftlich, zügig und mit minimaler Beeinträchtigung der lokalen Infrastruktur und Umwelt auszuführen.“

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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