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12.10.2017
Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Santos von Kolumbien besuchte den von der GSTT initiierten 'German Pavilion' auf TWC
Warum hat sich der Titel der Veranstaltung diesmal in „TWC - TRENCHLESS WORLD CONGRESS“ geändert? Beim jährlichen Board-Meeting der ISTT (International Society for Trenchless Technology) wurde am 1. September 2013 in Sydney beschlossen, daß von den beiden vorliegenden Bewerbungen zur Ausrichtung der INTERNATIONAL NO DIG 2017, Washington (USA) und Medellin (Kolumbien), Medellin als Veranstaltungsort den Zuschlag zu bekommen. Wie in jedem Verband gibt es verschiedene Gremien innerhalb eines Verbandes, wobei nach unserem Verständnis das „Board of Directors“, das höchste Entscheidungsgremium ist, wie beispielweise bei einem Verein in Deutschland die Mitgliederversammlung.
Beim jährlichen Board Meeting am 9. Oktober 2016 in Beijing (China) wurden die Teilnehmer der nationalen Societies darüber informiert, daß das Präsidium der ISTT entschieden hat, die INTERNATIONAL NO DIG 2017 nicht in Medellin, sondern in Washington abzuhalten und in Medellin den TRENCHLESS WORLD CONGRESS.
 
Die GSTT fand diese undemokratische und nicht nachvollziehbare Entscheidung nicht korrekt und empfand es als eine „Entmündigung“ des Boards of Directors. Das Board hat entschieden und hätte in den geänderten Entscheidungsprozess ebenfalls mit eingebunden werden müssen und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden dürfen.
 
Aus diesen Gründen hat die GSTT die NO DIG in Washington nicht unterstützt und nicht teilgenommen, sondern den „TRENCHLESS WORLD CONGRESS“, der nun in Medellin, Kolumbien (vom 25. – 27. September 2017) stattfand.
 
Die GSTT war zur Eröffnung des Kongresses, mit 2 Vorträgen beteiligt. Nach der Begrüßung hielt Dr. Klaus Beyer (Geschäftsführer GSTT) den Eröffnungsvortrag „Trenchless Innovations from Germany“, an den sich der Vortrag von Prof. Jens Hölterhoff (Vorstandsvorsitzender GSTT) „Comparison of CO2 emission from trenchless and open-cut installation methods“ anschloss.
 
Der Kongress, der sich dann auf fünf Sessions aufteilte, war sehr gut besucht (angemeldet waren insgesamt 804 Teilnehmer).
 
Die Disziplin der Zuhörer war ebenso bemerkenswert, wie ihr großes Interesse an den Themen. Die fünf Vortragsräume (davon 2 mit Simultanübersetzung Englisch – Spanisch) waren von Beginn an bis zum Ende jeweils sehr gut besucht.
 
Die Vorträge begannen teilweise schon um 8 Uhr und dauerten dann bis 11 Uhr. In der langen Mittagszeit von 11 – 15 Uhr war die „Kernbesuchszeit“ der Messe, die von 10 – 18 Uhr geöffnet hatte. Die Vorträge begannen dann wieder um 15 Uhr (bis 18 Uhr). Bei diesem Zeitkonzept gab es in der „Kernbesuchszeit“ den starken Besucherandrang und in den Zeiten davor und danach war genug Raum vorhanden, um Einzelgespräche in Ruhe zu führen. Dieses Besuchskonzept mit der großen Mittagspause, wurden von den Ausstellern sehr positiv aufgenommen.
 
Die GSTT hatte für diese Veranstaltung auch wieder einen geförderten „German Pavilion“ beantragt und genehmigt bekommen. Deutschland wurde sehr dominant repräsentiert durch den „German Pavilion“ und noch durch 6 Deutsche Firmen  außerhalb der Deutschen Beteiligung. Dies waren die GSTT Mitgliedsfirmen
  • Herrenknecht AG (mit den 2 UA Bohrtec Gesellschaft für Bohrtechnology mbH und VMT GmbH)
  • I.S.T. Innovative Sewer Technologies GmbH
  • ProKASRO Mechatronik GmbH
  • IBG Hydro-Tech GmbH 
  • Auf dem „German Pavilion“ waren die 12 folgenden GSTT Mitgliedsfirmen vertreten:
  • Rädlinger primus line GmbH
  • Gebr. Röders AG
  • mts Perforator GmbH PRIME DRILLING GmbH
  • PRIME DRILLING GmbH
  • IMS Robotics International GmbH
  • IMPREG GmbH
  • Hermes Technologie GmbH & Co. KG
  • Schauenburg Maschinen- und Anlagenbau GmbH
  • Duktus (Wetzlar) GmbH & Co. KG
  • TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG
  • BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG
  • IBAK Helmut Hunger GmbH & Co. KG
Die Deutsche Präsenz wurde nicht nur durch den „German Pavilion“ selbst zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch das „made in Germany“ Logo, das auf allen Plakaten, Hinweisen, Countern und Schriftstücken angebracht war.
 
Von den insgesamt 66 Ausstellern aus 16 Ländern (Deutschland, USA, Denmark, China, Spain, Colombia, México, Ecuador, Canada, Austria, Italy, Australia, Argentina, France, Costa Rica, Japan, Panamá mix ) nahmen die meisten Aussteller als Direktaussteller teil. Bei den Firmen waren sowohl Hersteller- und Dienstleistungsfirmen, als auch Importeure und Vertriebsgesellschaften vertreten.
 
Neben dem Deutschen Gemeinschaftsstand gab es keinen weiteren offiziellen nationalen Gemeinschaftsstand.
 
Der „German Pavilion“ war sehr gut in der Nähe des Eingangs zur Ausstellung platziert. Das vom Architekten N. Christian Wollitz gestaltete Design des Standes, kam hervorragend an und auch die Größenordnung ragte aus den anderen Ausstellungsbeteiligungen hervor.
 
Nach Beurteilung der teilnehmenden Aussteller, die durchweg zufrieden waren, wurden gute Gespräche mit den Besuchern geführt, die zu Folgegeschäften führen können.
 
Die Betreuung des „German Pavilions“ erfolgte diesmal wieder durch die Hamburg Messe, deren Projektleiter Heinz Neiser professionell und kompetent den Ausstellern zur Seite stand.
 
Am 2. Messetag war für 17 Uhr der kolumbianische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Dr. Juan Manuel Santos Calderón von Kolumbien für eine parallel stattfindende Konferenz angemeldet. Dies wirkte sich auch durch Straßensperren, übermäßige Polizeipräsenz und Besucherkontrollen auf die TWC aus.
 
Dr. Klaus Beyer (Geschäftsführer GSTT) verhandelte im Vorfeld des Besuchs von Dr. Santos mit seinem kolumbianischen Kollegen Arlex Toro Rodriguez (Geschäftsführer der CISTT -  COLOMBIAN INSTITUTE FOR UNDERGROUND INFRASTRUCTURE TECHNOLOGIES AND TECHNIQUES) mit der örtlichen Administration des Staatspräsidenten und den Personenschützern über eine große Bedeutung, wenn der Präsident im Zuge seines Kongressbesuchs auch den von der Bundessrepublik Deutschland geförderten „German Pavilion“ besuchen würde.
 
Es war uns dann gelungen, den Präsidenten zu sprechen. Er war dann sehr aufgeschlossen, besuchte den Deutschen Gemeinschaftsstand und ließ sich in einem Gespräch von Dr. Beyer über den „German Pavilion“ mit den exportinteressierten Firmen informieren. Nachdem er sagte, daß er ein guter Freund von Angela Merkel sei, wurde auch ein entsprechendes Foto gemacht.
 
Nach dem Kenntnisstand der GSTT, ist dies das erste mal, daß ein amtierender Staatspräsident eine so kleine Spezialmesse wie die TRENCHLESS oder NO DIG besucht hat.
 
Beim anschließenden Empfang beim Deutsche Honorarkonsul Alejandro Tieck in einem Hotel, an dem die Aussteller, aber auch örtliche Repräsentanten der Stadt Medellin und deutsche Firmen vertreten waren, wurde mir mitgeteilt, dass Deutschland an den Friedensverhandlungen zwischen dem Präsidenten Santos und den FARC-Rebellen vermittelnd beteiligt war. Hierfür wurde am 7. Oktober 2016 Santos der Friedensnobelpreis zuerkannt. Diese Situation war wohl auch der Grund dafür, daß der Präsident Santos uns Deutschen gegenüber sehr aufgeschlossen war.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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