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24.10.2016
Stadtentwässerung Dresden
Nachhaltig und effizient dank Güteschutz Kanalbau 
Die Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Dresden und der GELSENWASSER AG. Nach einem europaweiten Wettbewerb hatte die Landeshauptstadt Dresden 2004 49 Prozent der Anteile der Stadtentwässerung Dresden GmbH an die GELSENWASSER AG verkauft – eine der größten Teilprivatisierungen in der deutschen Abwasserbranche. Rund 400 Mitarbeiter sind für die Aufgaben rund um die Abwasserentsorgung in der Landeshauptstadt Dresden zuständig. Sie betreuen 1.800 Kilometer Kanalnetz mit mehr als 40.000 Schächten, unterhalten, sanieren und bauen neue Abwasseranlagen. 

 
Zwei Drittel des Schmutz-, Fremd- und Regenwassers werden im Mischsystem abgeführt, ein Drittel im Trennsystem. Das Einzugsgebiet endet nicht an Dresdens Stadtgrenzen, sondern reicht bis an die tschechische Grenze. Freital, Pirna, Heidenau, Radebeul und weitere Nachbarkommunen leiten ihr Abwasser ebenfalls nach Dresden. Insgesamt sind 650.000 Einwohner an die Kläranlage Dresden-Kaditz angeschlossen. „Der Anlagewert beträgt etwa 610 Mio. Euro, und seit 1990 wurden rund 450 Mio. Euro in das Kanalnetz investiert“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Ingrid Hansen, Gebietsleiterin Investitionen, Stadtentwässerung Dresden GmbH. 

Auf die Qualifikation kommt es an
Bei der Auswahl der Baupartner achtet die Stadtentwässerung Dresden konsequent auf deren Qualifikation und nutzt mit Erfolg Instrumente wie die Gütesicherung Kanalbau. Die Ergebnisse von Sanierungs- und Neubaumaßnahmen erfüllen in der Regel die gestellten Anforderungen und entsprechen damit dem Anspruch in puncto nachhaltiger und effizienter Bewirtschaftung des Kanalnetzes. Ein Anspruch, der auch für die Mitarbeiter des Gebietes Investitionen gilt, welche im Zuge der Einführung der sogenannten „Strategie 2007“ bei der Stadtentwässerung Dresden dem Team Eigenplanung zugeordnet wurden. 

Mit dem Gütezeichen Flagge zeigen
„Ingenieurleistungen wie fachgerechte Planung, fundierte Ausschreibung und seriöse Bauüberwachung tragen ganz maßgeblich zum Ergebnis einer Tiefbaumaßnahme bei“, erklärt Hansen. „Deshalb setzen wir auch in diesem Bereich auf Mitarbeiter und Baupartner mit besonderer Erfahrung und Zuverlässigkeit.“ Um diesem Anspruch gerecht zu werden, zeigt die Stadtentwässerung Dresden, die seit 2006 Mitglied in der Mitgliedsgruppe 2 der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau ist, auch in anderer Hinsicht Flagge: In diesem Jahr wurde für den hausinternen Planungsbereich das Gütezeichen für den Ausführungsbereich ABAK – Ausschreibung und Bauüberwachung bei Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen aller Werkstoffe und Nennweiten in offener Bauweise mit den dazugehörigen Bauwerken – beantragt.

Frau Hansen, wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem RAL-Gütezeichen Kanalbau?
Hansen:
Das Gütezeichen Kanalbau begleitet mich, seit ich beruflich bei der Stadtentwässerung Dresden tätig bin. Schon zu Beginn habe ich den damaligen Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Kanalbau, Dr.-Ing. Helmuth Friede, kennengelernt. Wir haben uns bei vielen Anlässen immer wieder über das Thema Gütesicherung ausgetauscht. 2006 wurde die Stadtentwässerung Dresden Mitglied in der Mitgliedsgruppe 2. Auf der Mitgliederversammlung 2008 in Hannover wurde ich dann in den Vorstand der Gütegemeinschaft Kanalbau gewählt.

Was ist für Sie das Besondere an der Gütesicherung Kanalbau?​
Hansen:
Die Gütesicherung RAL-GZ 961 ist ein von Auftraggebern und Auftragnehmern gemeinsam geschaffenes Instrument zur Beurteilung der Bietereignung und damit zur Sicherung der Qualität. Dazu wird die fachtechnische Eignung in Bezug auf konkrete Bauverfahren beurteilt. So stützen sich bei der Gütesicherung RAL-GZ 961 sowohl die Beurteilungsgrundlagen als auch die Beurteilung und die Bestätigung der Eignung selbst auf einen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern erzielten Konsens. Das ist eine hervorragende Sache und Neutralität, ein einheitliches Anforderungsniveau und damit ein fairer Wettbewerb zwischen den Bietern sind damit sichergestellt. In diesem Sinne kenne ich keine andere Organisation, in der Auftragnehmer und Auftraggeber gemeinsam versuchen, die Qualität in der Erneuerung und Sanierung von Abwasserkanälen zu verbessern. 

Wie wirkt sich das im (Bau-)Alltag aus?​
Hansen: Wir haben hiermit gute Erfahrungen gemacht. Als Auftraggeber nutzen wir Instrumente wie die Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961 zum Nachweis der fachtechnischen Eignung der Bieter. Die Eignungsprüfung durch den RAL-Güteausschuss erspart uns aufwendige Einzelprüfungen in Bezug auf Personal, Weiterbildung, Schulung, Referenzen und Erfahrung. Dadurch werden Prozesse und Personalaufwendungen verschlankt.

Inwieweit nutzt die Stadtentwässerung Dresden die Gütesicherung Kanalbau bzw. profitiert von ihr?​
Hansen:
Als Mitglied der Gruppe 2 nutzen wir zum Beispiel das umfangreiche Veranstaltungsangebot der Gütegemeinschaft – etwa in Form einer Teilnahme an den Auftraggeber-Fachgesprächen zu den Themen Kanalbau in offener Bauweise, Vortrieb, Sanierung, Inspektion, Reinigung oder Dichtheitsprüfung. Mitarbeiter nehmen an Erfahrungsaustauschen von Auftraggebern, Ingenieurbüros und Auftragnehmern zur Ausführungsqualität teil. Die Website www.kanalbau.com kann man bei Fragen „rund um den Kanalbau“ ebenfalls gut nutzen. Der Internetauftritt ist informativ – das Konzept der Gütesicherung Kanalbau wird ebenso erläutert wie die Grundlagen von Auftragsvergabe und Bietereignung. Zudem stehen umfangreiche Informationen zum Thema Qualitätssicherung zur Verfügung, zum Beispiel Informationsbroschüren und Arbeitshilfen. Außerdem finden wir hier auch eine Aufstellung der Unternehmen mit Gütezeichen.

Gibt es noch weitere Berührungspunkte?
Hansen:
Ein wesentlicher Baustein ist auch die Beratung durch einen Prüfingenieur als neutraler Ansprechpartner. Etwa wenn es um Fach- oder Baufragen rund um ein bestimmtes Projekt geht oder auch – wie den letzten Wochen – bei der Beantragung des Gütezeichens ABAK. Hier werden offene Fragen diskutiert, zum Beispiel in Bezug auf Normen und Regelwerke oder zur Bauausführung. 

Was war die Veranlassung für die Beantragung des Gütezeichens?​
Hansen:
Jeder, der sich mit unserer Infrastruktur beschäftigt, trägt ein hohes Maß an Verantwortung. Das gilt nicht nur für die Ausführung, sondern auch für die zugehörigen Ingenieurleistungen wie Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung. Da die frühen Phasen eines Projektes in besonders hohem Maße Einfluss auf das Bauergebnis und die Qualität haben, liegt es im Interesse aller Beteiligten, geeignete Rahmenbedingungen für die Qualifikation der Verantwortlichen zu definieren. Diese Messlatte legen wir nicht nur bei externen Partnern an, sondern natürlich auch bei uns selbst. Deshalb war es nach den vielen guten Erfahrungen mit der Gütesicherung Kanalbau ein konsequenter Schritt für uns, ein Gütezeichen Ausschreibung und Bauüberwachung auch für uns zu beantragen. Unsere Botschaft lautet: Auch unsere Arbeit ist gütegesichert.

Ist das ein großer Aufwand für den Antragsteller?​
Hansen:
Wenn man wie wir fachgerecht arbeitet, ist der Aufwand angemessen und vertretbar und dient gleichzeitig der eigenen Überwachung und Kontrolle. Die einzelnen Schritte bis zur Verleihung des Gütezeichens sind natürlich mit Aufgaben verbunden. Wir haben Anforderungen zu erfüllen und müssen die entsprechenden Nachweise zusammenstellen. Die meisten Daten in Bezug auf Personal, Schulungen oder Referenzen liegen in unserem Unternehmen vor. Von der Beschäftigung mit den verschiedenen Themen profitieren letztendlich auch wir. So haben wir einen Erfahrungsaustausch mit einem Prüfingenieur durchgeführt und uns mit ihm über Grundlagen und Inhalte eines Fehlervermeidungsmanagements ausgetauscht. Die Einrichtung eines solchen Systems hilft dabei, Fehler von vornherein zu vermeiden, statt sie nachträglich zu entdecken und zu korrigieren. Damit werden Folgekosten ebenso vermieden wie eine mögliche Wiederholung der Fehler.

Wann rechnen Sie mit der Verleihung des Gütezeichens?​
Hansen: Ich gehe davon aus, dass wir mit Ablauf des Jahres die organisatorischen Dinge abgearbeitet haben werden und rechne im Frühjahr des kommenden Jahres im Rahmen der ersten Güteausschusssitzung mit der Verleihung des Gütezeichens.












 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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