BAUVERFAHREN
IM ÜBERBLICK

Spülbohrverfahren mit GRUNDOPIT

Grundopit sind kleine gesteuerte Bohranlagen für Entfernungen bis etwa 50 m. Sie sind besonders effizient bei Hausanschlüssen in Hanglagen, bei komplizierter Trassenführung und bei geforderter hoher Lagegenauigkeit. Mit der zuschaltbaren Hammerbohrlanze an der Bohrspitze lassen sich auch kompakte Böden durchörtern. Es können Rohre und Kabel bis DN 160 verlegt. Die Schachtversion ermöglicht das Arbeiten aus Schächten.

Beispiel 1: Verlegung eines Kabelschutzrohres
Diese Maßnahme zeigt, wie schnell sich ein Hausanschluss durch einen schön angelegten Garten mit Treppenanlage in steiler Hanglage (10-30%) realisieren lässt. Die Aufgabe bestand darin, ein PE Kabelschutzrohr DN 32 von der Wohnstraße bis zum Wohnhaus auf 34 m Länge in einer Tiefe zwischen 1,40 m und 1,70 m zu verlegen. Bei etwa 7 m kreuzte in 1,15 m Tiefe ein Regenabwasserrohr die Trasse. Die Tiefenlage des Regenabwasserrohres war nicht bekannt und wurde vor Beginn der Bohrarbeiten mit der Ortungstechnik ermittelt. Zum Einsatz kam GRUNDOPIT P mit der Hydraulikantriebsstation, Typ TT B 20 und der Mischanlage, Typ MA 09, jedoch wurde keine Bohrspülung sondern nur Wasser eingesetzt. Die Arbeits- und Anschlussgrube war bereits ausgehoben. Nach ca. 2 Stunden Rüstzeit wurde in nur 50 Minuten die Pilotbohrung erstellt und in nur 35 Minuten das Rohr eingezogen.

Beispiel 2: Verlegung einer Drainageleitung
Hier mussten 3 Drainageleitungen (97 mm Ø) von ie 25 m Länge verlegt werden, um andrückendes Hangwasser "umzuleiten". Die Bohrungen wurden auf 160 mm Ø aufgeweitet und ohne Bohrspülung (nur mit Wasser) erstellt, da ansonsten die gewünschte Drainagewirkung nicht erreicht worden wäre.

Beispiel 3: Erstellung eines Hausanschlusses aus dem Kanal
Diese Version wird eingesetzt bei Neuverlegung von Abwasserleitungen oder bei FTTX Hausanschlüssen, wenn die Kommunikationsleitungen im Kanal verlegt wurden. Die gesteuerte Bohrung erfolgt aus einer Kernbohrung im Schacht bis zum Gebäude. Aus dem Keller wird der Bohrkopf vor der Hauswand geortet und kann dann in einer Kernbohrung "einfahren". Ein Kopfloch ist also nicht unbedingt erforderlich. Die Gebäudeabdichtung erfolgt durch die entsprechende Hauff-Gebäudeeinführung. Alle Schachtversionen können auch aus Gruben eingesetzt werden.

Beispiel 4: Sanierung durch Neuverlegung von Abwasserdruckleitungen
Die grabenlose Neuverlegung mit dem GRUNDOPIT P kann auch für die Umstrukturierung der häuslichen Abwasserentsorgung eingesetzt werden. Das übliche Klärgrubensystem der einzelnen Liegenschaften wird ersetzt durch Abwasserdruckleitungen mit Pumpschächten und zum öffentlichen Kanal weitergeführt. In diesem Beispiel wurden 8 Häuser mit 40 Einwohnern an den öffentlichen Kanal in 800 m Entfernung angeschlossen. Die Entwässerung erfolgte bisher über hauseigene Klärgruben (Dreikammersystem), deren Sanierung ohnehin anstand. Das Konzept sah die Neulegung einer Abwasserdruckleitung (PE-HD 63 x 5,8 mm) in 1,25 m Tiefe vor. Entsprechend der Leistungsfähigkeit des GRUNDOPIT P wurde diese Leitung in Teilabschnitten verlegt. Die Hausanschlüsse (PE-HD 50 x 4,6 mm) führten in Längen von 20–30 m von der nächstgünstig angelegten Anschlussgrube bis in eine Grube kurz vor den jeweiligen Häusern. In diese Grube wurde ein Pumpenschacht eingebaut, an der auf der einen Seite die aus dem Haus kommende 125er Abwasserleitung und auf der anderen Seite der Abgang der 50er Abwasserdruckleitung angeschlossen wurde.